Khutba Review - 16. Januar 2026

Khutba Review

16. Januar 2026

Ansprache Lesen

Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).

Für Kinder

Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.

To Dos

Praktische Umsetzung als Checkliste.

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Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles

MTA Germany

Deutsche Übersetzung

In der Freitagsansprache vom 16. Januar 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA:

In einer der vergangenen Freitagsansprachen habe ich im Zusammenhang mit der Biografie des Heiligen ProphetenSAW den Aspekt seiner Liebe zu Allah erwähnt. Hierzu werde ich heute Weiteres darlegen. Schon in der Jugend und vor dem Anspruch auf das Prophetentum war die Leidenschaft der Liebe zu Allah beim Heiligen ProphetenSAW derart ausgeprägt, dass erSAW davon aufgewühlt in die Höhle ging, um sich mit dem Geliebten, Allah, im stillen Gebet zu beschäftigen.

Die Sehnsucht nach Gott und der Rückzug in die Höhle Hira

Ebendiese Liebe anführend erwähnt der Verheißene MessiasAS: Ich sehe, dass auch die Sommerzeit eine besondere Entsprechung zum spirituellen Fortschritt hat. Seht auf den Heiligen ProphetenSAW, dass Allah ihn in einer Stadt wie Mekka erschaffen hat und er dann in dieser Sommerhitze einsam in die Höhle Hira ging und Allah anbetete. Was für eine erstaunliche Zeit das gewesen sein muss. Er wird wohl selbst einen Wassersack getragen haben.

Die Sache ist die: Wenn Vertrautheit mit Allah und Freude an Ihm entstehen, dann entwickelt sich ein Abscheu und Widerwille gegen die Welt und die Menschen der Welt. Naturgemäß gefällt einem dann die Einsamkeit und Zurückgezogenheit. Dies war auch der Zustand des Heiligen ProphetenSAW. In der Liebe zu Allah war er derart aufgegangen, dass er gerade in dieser Einsamkeit vollkommene Freude und tiefen Genuss empfand. An einem solchen Ort, wo es keinerlei Mittel für Ruhe und Komfort gab, wohin zu gehen man sich sogar fürchtete, verbrachte er viele Nächte allein. Daraus geht auch hervor, wie tapfer und mutig er war. Wenn die Beziehung zu Allah intensiv ist, dann wird auch Mut erzeugt, deshalb ist ein Gläubiger niemals feige. Die Menschen der Welt sind feige. In ihnen ist kein wahrer Mut.

Widerlegung von Einwänden bezüglich der Lebensführung der Propheten

Wenn sie hören, wie intensiv die Beziehung zu Allah ist und dass solche Personen die Einsamkeit und Zurückgezogenheit lieben, wenden manche Leute ein: Warum haben diese Propheten und Gesandten dann Frauen und Kinder? Wenn sie die Zurückgezogenheit so sehr lieben, warum haben sie dann Frauen und Kinder, warum heiraten sie? Sie gehen auf den Märkten umher und essen und trinken. Auch im Heiligen Qur’an wird dies erwähnt.

Aber es ist bedauerlich, dass jene, die solche Einwände erheben, nicht bedenken, dass das Beispiel dieser Leute [der Situation] einer Person gleicht, die an jemandes Tür betteln geht, im Vergleich zu einem Freund, der nur hinging, um ihn zu treffen. Wenn nun jener Freund seinem Freund Pulao [Reisgericht] und dergleichen vorsetzt, was ist daran seine Schuld? Zwei Personen gehen hin; einer ist zum Betteln gegangen, einer als Freund. Wenn nun jemand den Freund bewirtet, was ist daran seine Schuld? Das heißt, jener Freund, der seinen Freund treffen ging, hat keine Schuld. Jener Freund findet Genuss an seinem Essen, und jenem Bettler, jenem Fakir, der bittet, dem wird ein Stück trockenes Brot gegeben. Wenn er länger bleibt, wird er hinausgestoßen. Es gibt zwei Behandlungsweisen: eine mit dem Bittsteller und eine Behandlung mit dem Freund. Wobei diese Behandlung nicht mit dem Freund geschieht, dass er gestoßen würde, sondern durch sein längeres Bleiben und sein Essen und Trinken empfindet der Hausherr selbst einen Genuss. Doch mit einem Fakir, einem Bittsteller, geschieht eine andere Behandlung. Mit dem Freund ist die Behandlung eine gänzlich andere. Der Freund wird willkommen geheißen, er wird bewirtet; der Fakir wird mit etwas abgespeist.

Er sagte, dass dies auch der Zustand dieser Propheten und der von Gott Beauftragten sei. Was immer ihnen vorgelegt wird, ist nicht das Ergebnis ihrer eigenen Begierden. Sie finden allen Genuss und alle Ruhe nur im Gedenken an und in der Beschäftigung mit Allah und lieben in Wirklichkeit die Einsamkeit, wo sie ihrem Geliebten ihre Herzenswünsche und Sehnsüchte darlegen und wünschen, dass niemand sie in diesem Zustand sieht. Außerdem dienen diese Beziehungen ihrer Vervollkommnung. Das heißt, sie dienen dazu, einen höchsten Standard jener Beziehungen der Liebe zu Allah zu erlangen.

Der Beginn der Offenbarung in der Höhle Hira

Hadhrat AischaRA berichtet in einem Hadith sehr detailliert über den Gottesdienst in der Höhle Hira, so wie der Prophet es ihr erzählt hatte. Hadhrat AischaRA berichtet: Die Offenbarung, die beim Gesandten AllahsSAW begann, war das Sehen wahrer Träume im Schlaf. Welchen Traum erSAW auch sah, er trat so klar wie der helle Morgen ein. Es kamen sehr wahre Träume. Sofort ergab sich das Resultat. Danach neigte er zur Einsamkeit und blieb allein in der Höhle Hira und verrichtete dort den Gottesdienst. Diese Anbetung dauerte einige Nächte, die er vollendete, bevor er den Wunsch hatte, seine Familie zu treffen, und dafür nahm er Proviant mit, also etwas Essen und Trinken mit. Dann kehrte er nach einiger Zeit zu Hadhrat KhadijaRA zurück und nahm für ebenso viele Nächte erneut Wegzehrung mit.

Schließlich kam die Wahrheit zu ihm, während er in der Höhle Hira war. Der Engel kam zu ihm und sagte: Lies. Er sagte: Ich kann nicht lesen. Der Gesandte AllahsSAW sagte, wie Hadhrat AischaRA überliefert, dass dieser Engel mich packte und mich derart drückte, bis meine Kräfte mich verließen. Dann ließ er mich los und sagte: Lies. Ich sagte: Ich werde nicht lesen, ich kann gar nicht lesen. Dann packte er mich und drückte mich erneut fest, sodass ich ohnmächtig wurde. Dann ließ er mich los und sagte: Lies. Ich sagte: Ich werde nicht lesen. Dann packte er mich, dann drückte er mich ein drittes Mal fest, dann ließ er mich los und sagte:

اِقۡرَاۡ بِاسۡمِ رَبِّکَ الَّذِیۡ خَلَقَ۔خَلَقَ الۡاِنۡسَانَ مِنۡ عَلَقٍ۔ اِقۡرَاۡ وَرَبُّکَ الۡاَکۡرَمُ۔

„Lies im Namen deines Herrn, der erschuf. Erschuf den Menschen aus einem Klumpen Blut. Lies, und dein Herr ist der Allgütige.“ Mit diesen Versen kehrte der Gesandte AllahsSAW aus der Höhle zurück. Als er zu Hadhrat KhadijaRA nach Hause kam, pochte sein Herz. ErSAW sagte zu Hadhrat KhadijaRA: Bedeck mich, bedeck mich. Daraufhin bedeckte sie ihn, bis die Furcht von ihm wich.

Die Bezeugung durch Hadhrat KhadijaRA und Waraqa bin Naufal

Dann erzählte er Hadhrat KhadijaRA das ganze Ereignis und sagte: Ich fürchte um mein Leben. Daraufhin sagte Hadhrat KhadijaRA: Keineswegs! Bei Allah, Allah wird Sie niemals zuschanden machen. Sie pflegen die Verwandtschaftsbande, tragen die Last der Schwachen, tun jene guten Taten, die verschwunden sind, bewirten die Gäste und helfen bei Schwierigkeiten in der Sache der Wahrheit; stets haben Sie der Wahrheit trotz aller Schwierigkeiten beigestanden.

Danach nahm Hadhrat KhadijaRA ihn mit und brachte ihn zu ihrem Cousin Waraqa bin Naufal, der der Sohn von Asad bin Abdul Uzza war. Waraqa war jener Mann, der in der Zeit der Unwissenheit Christ geworden war und Hebräisch lesen und schreiben konnte. Er schrieb aus dem Evangelium auf Hebräisch, was Allah wollte. Er war sehr alt und blind geworden. Hadhrat KhadijaRA sagte zu ihm: O Sohn meines Onkels, höre die Worte deines Neffen. Waraqa fragte ihn: O mein Neffe, was siehst du? Daraufhin erzählte ihm der Gesandte AllahsSAW, was er gesehen hatte. Waraqa sagte zu ihm: Das ist jener Engel, der die Scharia bringt, den Allah auf Moses herabgesandt hatte. O wäre ich doch in jener Zeit noch jung! O wäre ich doch zu jener Zeit am Leben, wenn dein Volk dich vertreiben wird! Daraufhin sagte der Gesandte AllahsSAW: Werden sie mich vertreiben? Er sagte: Ja. Die Botschaft, die du gebracht hast – wann immer jemand eine solche Botschaft brachte, wurde er sicherlich angefeindet, und wenn ich jene deine Zeit erlebe, werde ich meine Lenden gürten und dir helfen. Danach verstarb Waraqa bald, und auch die Offenbarung setzte für einige Zeit aus; es gab eine Pause.

Das Prinzip von Mühe (Mujahida) und göttlicher Gnade

Der Verheißene MessiasAS sagt: Die eigentliche Sache ist, dass wir gemäß der Lehre des Heiligen Qur’an diesen Sachverhalt so verstehen, dass Allah einerseits im Qur’an Seine Eigenschaften der Großzügigkeit, Barmherzigkeit, Güte und Freundlichkeit nennt und Sich als Rahman [der Gnädige] offenbart, und andererseits sagt Er:

اَنۡ لَّیۡسَ لِلۡاِنۡسَانِ اِلَّا مَا سَعٰی

„Dem Menschen wird nur zuteil, was er erstrebt.“ Der Mensch erhält also das, wofür er sich bemüht. Und:

وَالَّذِیۡنَ جَاہَدُوۡا فِیۡنَا لَنَہۡدِیَنَّہُمۡ سُبُلَنَا

„Und diejenigen, die sich bemühen, uns zu begegnen und große Anstrengungen unternehmen – Wir werden sie gewiss leiten auf Unseren Wegen.“

Er sagt, indem Allah dies sagt, macht Er Seine Gnade von der Bemühung und dem Mujahida abhängig. Das bedeutet: Bringe auch diese Anstrengung auf, nur dann wirst du Gnade erhalten, und leiste Mujahida. Er sagte, ebenso ist darin die Handlungsweise der GefährtenRA für uns ein Vorbild und exzellentes Muster. Denkt über das Leben der Sahaba nach; haben sie etwa bloß durch gewöhnliche Gebete jene Stufen erreicht? Nein, sondern für die Erlangung des Wohlgefallens Gottes achteten sie nicht einmal auf ihr Leben und wurden wie Schafe und Ziegen auf dem Wege Gottes geopfert. Erst als sie diesen Punkt erreichten, wurde ihnen dieser Rang zuteil.

Die Läuterung der Seele durch Demut und Gebet

Die Gefährten versuchten in der Gesellschaft des Heiligen ProphetenSAW, die Liebe zu Allah zu erlangen, und waren dafür zu jedem Opfer bereit und brachten diese Opfer auch. Dann erreichten sie auch einen Rang, womit Allah mit ihnen zufrieden war. Er sagt: Wir haben oft solche Leute gesehen, die eben dies wollen, dass ihnen wie durch ein Wunder jene Ränge verschafft werden und sie bis zum Thron gelangen. Er sagte: Wer could größer sein als unser Heiliger ProphetSAW? Er war der Vorzüglichste der Menschen, der Vorzüglichste der Gesandten und Propheten; wenn er selbst jene Werke nicht durch einen bloßen Hauch vollbracht hat, wer könnte dann so etwas wie er tun?

Seht, welche spirituellen Übungen er in der Höhle Hira vollzog. Gott weiß, wie lange er demütig flehte und inständig weinte. Welche Aufopferungen und härtesten Mühen er zur Läuterung auf sich nahm. Erst als er diesen Zustand erreichte, wurde von Gott die Gnade herabgesandt. Die eigentliche Sache ist eben diese, dass, solange der Mensch auf dem Wege Gottes nicht einen Tod und einen Zustand der Selbstauflösung über sich bringt, so lange wird ihm von jener Seite keine Aufmerksamkeit geschenkt. Allerdings, wenn Gott sieht, dass der Mensch von seiner Seite aus vollkommene Anstrengung unternommen hat und um Meinetwillen einen Tod über sich gebracht hat, dann offenbart Er Sich dem Menschen selbst, segnet ihn und erhöht ihn durch das Erweisen Seiner Allmacht.

Vom Rückzug zur Verkündigung: Der göttliche Auftrag

Dann sagt er an einer Stelle: Die Natur der Propheten ist so beschaffen, dass sie nicht nach Ruhm begehren. Kein Prophet hat je Ruhm begehrt. Auch unser Heiliger ProphetSAW liebte die Zurückgezogenheit und Einsamkeit. Um zu beten, ging er fern von den Menschen in die einsame Höhle – die Höhle Hira. Diese Höhle war derart furchterregend, dass kein Mensch den Mut hatte, hineinzugehen, aber erSAW hatte sie deshalb ausgewählt, weil dort niemand auch nur aus Angst hinkommen würde. ErSAW wollte vollkommene Einsamkeit. Ruhm gefiel ihm keineswegs. Doch es erging der Befehl Allahs:

یٰۤاَیُّہَا الۡمُدَّثِّرُ۔ قُمۡ فَاَنۡذِرۡ۔

„O du in den Mantel Gehüllter! Erhebe dich und warne.“ In diesem Befehl ist ein Zwang erkennbar, und deshalb wurde mit Nachdruck befohlen, dass erSAW die Einsamkeit, die ihmSAW lieb war, nun verlassen sollte.

Daher, als die Liebe zu Allah den Höhepunkt erreichte und auch sein Mujahida den Höhepunkt erreichte, sandte Allah ihnSAW in die Welt, um Seine letzte Scharia zu verbreiten. ErAS sagt, dass dies zwar Liebe und Leidenschaft zu Allah war, aber es war auch ein Mujahida, weswegen Allah ihnSAW dann unzählig segnete; und solange nicht jeder Mensch entsprechend seinem Rang sich bemüht und anstrengt, ist es schwierig, bis zu Allah zu gelangen.

Die Intensität der Gebete und die „Scharia der Liebe“

In der Liebe zu Allah war der Zustand der Gebete des Heiligen ProphetenSAW derart, dass Mutarrif von seinem Vater überliefert, dass dieser sagte: Ich kam zum ProphetenSAW und er betete, und aus seiner Brust kam ein Geräusch wie das Kochen eines Topfes. Er weinte so heftig und flehte, dass es so schien, als ob Wasser in einem Topf kochte. Ebenso berichtet Hadhrat AischaRA eine Überlieferung, die ich bereits in einer vergangenen Freitagsansprache erwähnt habe, dass er so viel anbetete und zur Zeit der Anbetung so lange stand, dass seine Füße anschwollen.

Hadhrat Musleh Mau'udRA sagt an einer Stelle, indem er die Liebe und die Gottesdienste des Heiligen ProphetenSAW erwähnt – einen kleinen Abschnitt habe ich auch schon früher erwähnt, in der vorletzten Ansprache, wo ich die Biografie dargelegt hatte, aber es gibt dazu noch einige weitere Details, die ich nun darlege. Dadurch wird seine Liebe und Leidenschaft zu Allah weiter verdeutlicht. Hadhrat Musleh Mau'udRA schreibt:

Hadhrat AischaRA sagt, als er von der Krankheit ergriffen wurden, die zum Tod führte und aufgrund starker Schwäche nicht fähig war, das Gebet zu leiten, befahl er deshalb Hadhrat Abu BakrRA, das Gebet zu leiten. Als Hadhrat Abu BakrRA begann, das Gebet zu leiten, spürte erSAW etwas Erleichterung und ging zum Gebet hinaus. Hadhrat AischaRA sagt: Nachdem er Hadhrat Abu BakrRA befohlen hatte, das Gebet zu leiten, als er in der Krankheit eine Linderung spürte, ging er gestützt auf Männer zum Gebet hinaus. Sie sagt: In diesem Moment ist jener Anblick vor meinen Augen, dass aufgrund der Heftigkeit des Schmerzes seine Füße über den Boden schleiften. Als er in der Moschee ankam und Hadhrat Abu BakrRA die Absicht hatte, zurückzuweichen, durchschaute der Gesandte AllahsSAW seine Absicht und deutete an: Bleib an deinem Platz. Dann wurde er dorthin gebracht und setzte sich neben Hadhrat Abu BakrRA. Danach begann der Heilige ProphetSAW zu beten, und Hadhrat Abu BakrRA begann, dem Gebet des Propheten zu folgen, und die übrigen Leute begannen, dem Gebet von Hadhrat Abu BakrRA zu folgen.

Aus diesem Hadith geht hervor: Wie schwer seine Krankheit auch war, er vergaß das Gedenken Allahs nicht. Im Allgemeinen sieht man bei den Leuten: Sobald ein wenig Beschwernis auftritt, sind alle Gottesdienste vergessen. Beim Gemeinschaftsgebet und der Erfüllung anderer Bedingungen entstehen oft Nachlässigkeiten, aber sein Zustand war derart, dass – von einer gewöhnlichen Krankheit ganz zu schweigen – in dieser Krankheit, in der er verstarb und deren Heftigkeit so groß war, dass er immer wieder ohnmächtig wurde und unfähig war aufzustehen, er es dennoch nicht ertragen konnte, still zu Hause sitzen zu bleiben, als das Gebet begann.

Sofort kam er, gestützt auf die Schultern zweier Männer, trotz dieser Schwäche, dass die Füße strauchelten, für das Gemeinschaftsgebet in die Moschee. Zweifellos scheint dies äußerlich eine gewöhnliche Sache zu sein, aber betrachtet einmal diesen Zustand des Heiligen ProphetenSAW, in dem er sich befand; dann seht auf jene Sehnsucht nach dem Gedenken Allahs, unter deren Einfluss er zum Gebet kam, indem er die Hände auf die Schultern zweier Männer legte, so wird klar werden, dass dieses Ereignis kein gewöhnliches Ereignis war, sondern ein Abbild jenes Eifers für das Gedenken Allahs ist, der in seinem Herzen war. Jeder Einsichtige kann verstehen, dass das Gedenken Allahs seine Nahrung war und er ohne dieses in seinem Leben keinen Genuss fand. Darauf hat er hingewiesen, als er sagte, dass unter den Dingen, die ich liebe, das Gebet ist:

قرة عینی فی الصلوة

Das heißt, im Gebet finden meine Augen Trost.

Hinsichtlich der Scharia war sein Beten in der Gemeinschaft oder das Aufsuchen der Moschee keine notwendige Sache, denn bei Krankheit zwingt die Scharia des Islam niemanden zur Erfüllung dieser Bedingungen. Man kann zu Hause beten, wenn Krankheit vorliegt, aber dies war die Scharia der Liebe. Jenes war der Befehl der Scharia, aber sein Handeln nach der Scharia war die Scharia der Liebe, die der Ausdruck des Heiligen ProphetenSAW war. Jenes waren die Gebote der Scharia, aber dies war die Scharia der Liebe, es waren Angelegenheiten der Liebe. Dies waren Gebote der Liebe, die darüber hinausgingen. Darin kamen Liebe und Leidenschaft zum Ausdruck. Zweifellos gab ihm die Scharia die Erlaubnis, dass er das Gebet zu Hause verrichtete, aber die Liebe, die er zum Gedenken Allahs hatte, zwang ihn, dass er, komme was wolle, jede Beschwernis ertrug und mit allen Bedingungen das Gedenken Allahs vollzog und Seines Geliebten gedachte.

Die Sehnsucht, den Namen Gottes überall zu hören

Wie ich zuvor in der Ansprache seine Biografie dargelegt und kurz ein Hadith erwähnt hatte, darin gibt es einige Details, die wert sind, erneut erwähnt zu werden. Deshalb erwähne ich sie.

Der Heilige ProphetSAW ging einmal zu den Bani Amr bin Auf, um unter ihnen Versöhnung zu stiften. Es gab dort eine Angelegenheit von Streit und Zank; er ging, um Versöhnung zu stiften. Dort hatten sie Streit. Währenddessen wurde es Zeit zum Gebet, und der Muezzin rief in der Prophetenmoschee den Adhan und kam dann zu Hadhrat Abu BakrRA und sagte: Werden Sie den Leuten das Gebet leiten, soll ich die Iqama rufen? Er antwortete: Ja. Dann stand Hadhrat Abu BakrRA for das Gebet auf. Inzwischen traf auch der Heilige ProphetSAW ein. Die Leute waren am Beten. Er begab sich währenddessen durch einen Weg nach vorne und stellte sich in die erste Reihe. Als seine Ankunft bemerkt wurde, begannen die Leute, zu klatschen, damit Hadhrat Abu BakrRA es bemerkt, aber Hadhrat Abu BakrRA pflegte im Gebet, auf nichts anderes zu achten. Es war eine sonderbare Hingabe im Gebet, in der Anbetung. Und er ließ sich nicht ablenken.

Als das Händeklatschen sich in die Länge zog, wurde Hadhrat Abu BakrRA aufmerksam und erkannte, dass der Heilige ProphetSAW eingetroffen war. Der Heilige ProphetSAW deutete ihm an: Bleib an deinem Platz stehen. Daraufhin erhob Hadhrat Abu BakrRA seine Hände und dankte Allah und pries Ihn für diese Ehrung, dann wich er zurück und reihte sich in die Reihe ein, und der Heilige ProphetSAW trat vor und leitete das Gebet. Nach dem Salam [Gebetsabschluss] sagte er: O Abu Bakr, während ich es befohlen hatte, was hinderte dich dann daran, das Gebet zu leiten? Darauf antwortete Hadhrat Abu BakrRA, wie ich es auch schon erwähnt hatte, welchen Status der Sohn von Abu Quhafa habe, dass er vor dem Heiligen ProphetenSAW stehend das Gebet leite. Dann wandte sich der Heilige ProphetSAW an die Leute und sagte: Ich habe gesehen, dass ihr so viel geklatscht habt. Wenn im Gebet ein Vorfall eintritt, sollte man „Subhanallah“ [heilig ist Allah] sagen, denn wenn man „Subhanallah“ sagt, wird man von selbst darauf aufmerksam, und Händeklatschen ist Sache der Frauen.

Hadhrat Musleh Mau'udRA schreibt: „Obwohl man aus diesem Hadith viele Lehren zieht, ich an dieser Stelle nur auf eine Sache aufmerksam machen möchte, und diese ist, dass das Bestreben des Heiligen ProphetenSAW sein ganzes Leben lang genau dies war, dass auf jede mögliche Weise der Name Gottes auf den Zungen der Menschen geläufig gemacht werde. Er selbst war im Gedenken beschäftigt, sein Zustand wurde ja bereits geschildert, aber aus diesem Hadith geht hervor, dass er auf der Zunge eines jeden genau diese Worte sehen wollte.“ Nun müssen wir auch schauen, wir sollten uns selbst prüfen: Bleibt auch in unserem Herzen der Gedanke an Allah zu jeder Zeit, so wie der Heilige ProphetSAW es von seiner Umma wünschte? Haben wir so viel Schmerz im Herzen, oder wenden wir uns nur für unsere weltlichen Ziele den Gebeten und dem Gedenken Allahs zu? In normalen Umständen vergessen wir es.

Gedenken Gottes im Alltag und wahre Rechtschaffenheit

Dann schreibt er: „Es gibt viele Ereignisse, aus denen hervorgeht, dass er wollte, dass Gottes häufiger gedacht wird; so beim Niesen, beim Beginn des Essens, dann nach dem Beenden, beim Schlafengehen, beim Aufwachen, nach den Gebeten, beim Tun einer wichtigen Arbeit, bei der rituellen Waschung, kurzum, bei den meisten Handlungen hat er die Menschen auf das Gedenken Gottes aufmerksam gemacht, wodurch bewiesen wird, dass er nicht nur selbst mit dem Gedenken Allahs beschäftigt blieb, sondern auch von anderen wünschte, dass auch sie mit dem Gedenken Allahs beschäftigt bleiben, was auf seine vollkommene Liebe hinweist. Es ist der Beweis dafür.“

Hadhrat Musleh Mau'udRA hat geschrieben: „Ich habe viele Menschen gesehen, die nur nach wenigen Gebeten stolz wurden. Nach wenigen Tagen der Gebete oder Gottesdienste beginnen sie, sich für einen „Pharao ohne Habe“ oder den „Stolz der Aulia“ [Heiligen] zu halten, und die Welt und was darin ist, erscheint in ihren Augen geringfügig. Sie kennen die Realität selbst des größten Menschen nicht; ja, was soll man vom Menschen sagen, sie pochen sogar bei Gott auf ihre Wohltat und meinen, dass die Anbetung, die sie gemacht haben, so sei, als ob sie Gott einen Gefallen getan hätten und Er uns zu Dank verpflichtet sei – Gott bewahre –, dass sie Ihn angebetet haben; sonst, wenn sie Ihn nicht angebetet hätten, was hätte Er schon getan? Jene Leute, die nicht von dieser Art sind, die nicht bis zu diesem Grad gelangen, unter ihnen sind auch viele gesehen worden, die nicht bis zu dem Grad gelangen, dass sie so etwas sagen wie „Was tut Gott für uns?“, aber bei denen, die nicht so sind, auch bei ihnen wurde oft gesehen, dass durch das Anbeten sicherlich etwas Hochmut entsteht, und sehr wenige sind es, die auch nach der Anbetung in ihrem demütigen Zustand bleiben.

Genau dies ist die Gruppe der Rechtschaffenen, die auf demütige Weise in ihrer Anbetung verharren. Genau dies ist die Gruppe der Guten, die demütig bleiben, auch wenn sie immer anbeten, sie verbergen dies. Sie verbergen auch die Liebe zu Allah und betrachten es auch als Gunst Allahs, dass Er uns die Befähigung gab, Anbetende zu sein. Genau dies ist im Grunde die Gruppe der rechtschaffenen Menschen.“ Die Leute fragen: „Was sind gute Taten?“ Oft wird gefragt, heutzutage auch Kinder und Jugendliche: „Und wie erkennt man, dass Allah zufrieden ist?“ Allah ist auf diese Weise zufrieden, dass man Tugenden tut und sie nur für das Wohlgefallen Gottes tut. Der Mensch kann sich selbst prüfen. Es ist nicht nötig, jemanden von außen zum Richter zu machen. Der Mensch kann selbst verstehen, dass die Tugenden, die er tut, wenn er sie für Gott tut, Allah sicherlich gefallen.

Dankbarkeit als Triebfeder der Anbetung

Er hat geschrieben: Dann könnt ihr verstehen, wie der Zustand des Meisters der Guten und des Oberhauptes der Propheten, des edlen GesandtenSAW, gewesen sein muss. Er vereinte alle Tugenden und war die Quelle aller guten Taten. Anbetung aus irgendeinem Hochmut oder Größe zu tun, davon ganz zu schweigen – mit jeder weiteren Hingabe an Gott entflammte seine Sehnsucht nur umso intensiver. Anstatt Allah den Erhabenen durch seine Anbetung in Dankesschuld setzen zu wollen, empfand er selbst Scham und Dankbarkeit und sagte: O Allah, selbst diese Fähigkeit zur Anbetung, die mir zuteilwird, stammt allein aus Deiner Gnade. Seine Anbetung hatte eine Kontinuität. Wenn er einen Teil seiner Zeit der Anbetung widmete, dachte er, dass es eine große Gunst Allahs ist, dass Er die Befähigung dazu verlieh, und es ist notwendig, für diese Gunst Dank zu erweisen. Aus diesem Gefühl der Dankbarkeit heraus betete er unwillkürlich noch mehr an und hielt auch dies für eine Gunst Gottes, da Dank zu sagen auch nicht die Sache eines jeden ist, solange nicht die Gunst Gottes da ist. Das heißt, die Befähigung zum Dank, die er erhielt, ebenfalls auf der Gunst Allahs beruhte.

Dann zeigt sich noch mehr Eifer, dann beschäftigte er sich noch mehr mit der Anbetung seines Herrn, und diese Kette des innigen Gebets erstreckte sich so sehr, dass er oft so lange betete, dass seine Füße anschwollen. Die Gefährten sagten: „O Gesandter Allahs, was haben Sie diese Anbetung nötig, Ihre Sünden sind doch vergeben.“ Als Antwort darauf sagte er nur dies: „Soll ich denn nicht dankbar sein?“ Hadhrat Mughira bin Shu'baRA sagt, dass der Heilige ProphetSAW zum Gebet aufzustehen pflegte und so lange stehen blieb. Zuvor wurde dieses Hadith schon erwähnt, dass seine Füße oder Waden anschwollen. Wenn die Leute ihm sagten: Warum tun Sie das?, antwortete er: „Soll ich kein dankbarer Diener werden?“

Allah, Allah, was für eine Liebe, was für eine Zuneigung, was für eine Liebe! Er steht im Gedenken Gottes und hat kein Bewusstsein für seinen Körper. Das Blut sackt nach unten, und seine Füße schwellen an, aber die Liebe lässt die Aufmerksamkeit gar nicht dahin gehen. Die Leute in der Nähe sind erstaunt, wenn sie sehen, was er tut. Sie empfinden Schmerz durch seinen Schmerz, die Leute, die drumherum sind. Sie machen ihn darauf aufmerksam: „Was tun Sie da, warum stürzen Sie sich in diese Beschwernis und ertragen so viel Leid, schließlich muss man auch etwas an seine Gesundheit und seine Ruhe denken.“ Aber jenes Leid, das die Leute unruhig macht und von dem die Zuschauer ergriffen sind, hat auf ihn keine Wirkung. Anstatt in den Gottesdiensten etwas nachzulassen und künftig das so lange Stehen im Gedenken seines Herrn aufzugeben, missfällt ihm ihre Rede, und er antwortet ihnen: Soll ich kein dankbarer Diener Gottes werden?

Pflichterfüllung am Tag, Hingabe in der Nacht

Dann sagte er in dieser Fortsetzung, Hadhrat Musleh Mau'udRA, wie er in seinen Arbeiten beschäftigt war. Es ist nicht so, dass er nur betete und die übrigen Arbeiten endeten. Und es ist auch nicht so, dass erSAW nachts zur Anbetung aufstand und den ganzen Tag schlief, denn wenn es so wäre, dann würde jene Sehnsucht und jenes Brennen nicht bekannt werden, das in dem Fall besteht, dass er auch den ganzen Tag über mit dem Bestreben beschäftigt blieb, den Namen Gottes zu verbreiten und Gehorsam sowie Unterwerfung Ihm gegenüber zu fördern.

Er selbst leitete fünfmal als Imam das Gebet, traf sich selbst mit den Delegationen und Botschaftern, die von weit her kamen, und antwortete auf ihre Forderungen. Die Leitung der Schlachten führte er ebenfalls persönlich. Er lehrte den Gefährten auch den Qur’an, er war auch selbst Richter. Den ganzen Tag entschied er über so viele Streitigkeiten, die unter den Leuten entstanden. Die Verwaltung der Vermögen, die Verwaltung des Bait-ul-Mal, die Verwaltung des Landes, die Verbreitung des Islam, die Erfüllung der Rechte der Ehefrauen, dann aktives Mitwirken im Haushalt – all diese Arbeiten verrichtete er tagsüber, und anstatt danach erschöpft ins Bett zu fallen und den Kopf bis zum Sonnenaufgang nicht zu heben, stand er immer wieder auf, setzte sich hin und pries Allah, lobpreiste Ihn, und nach Verstreichen der halben Nacht stand er auf, vollzog die Waschung und stand ganz allein, wenn ringsum Stille und Ruhe herrschte, in äußerster Demut vor seinem Herrn und rezitierte den Qur’an und stand so lange, dass seine Füße anschwollen.

Abdullah bin Mas'udRA berichtet: Einmal stellte ich mich auch mit ihm zum Gebet auf und hatte so viel Schmerzen, dass ich kurz davor war, dass das Gebet abzubrechen und davonzulaufen, denn meine Füße konnten die Last nicht mehr ertragen, und es war außerhalb meiner Kraft, länger stehen zu bleiben. Diese Aussage stammt von einer Person, die jung war und im Alter viel jünger als der Heilige ProphetSAW, woraus man verstehen kann, dass sein Mut und seine Leidenschaft der Liebe so stark waren, dass er trotz des Alters und der Beschäftigung mit der Arbeit den ganzen Tag über so lange in der Anbetung stand, dass Junge, und dazu kräftige Junge, deren Arbeiten im Vergleich zu seinen Arbeiten nicht ins Gewicht fielen, nicht mit ihm stehen konnten und ermüdeten. Warum war diese Anbetung, aus welchem Grund war sie? Er ertrug diese Mühsal, aus welchem Grund ertrug er diese Mühsal? Nur deshalb, weil er ein dankbarer Diener war und sein Herz angesichts der Wohltaten Gottes sich jederzeit dazu neigte, Seiner zu gedenken. Er hatte eine Liebe zu Allah.

Das wache Herz und die Ganzhingabe an Gott

Abu Salma bin Abdur Rahman überliefert. Er fragte Hadhrat AischaRA, wie das Gebet des Gesandten AllahsSAW im Ramadan war. In einem Monat steht der Ramadan bevor. Auch wir sollten im Ramadan – wir tun es ohnehin – Anbetungen machen, auch vorher sollten wir sie machen. Jedenfalls sagte Hadhrat Aischa: ErSAW betete weder im Ramadan noch in irgendeinem anderen Monat mehr als elf Rak’aat [Gebetseinheit]. Wie war das Gebet? Sie sagte: Die Nawafil [freiwillige Gebete], die er verrichtete, waren nicht mehr als elf Rak’aat. Er betete vier Rak’aat, und frage nicht nach ihrer Schönheit und Länge, wie schön und lang die Gebete waren. Dann betete erSAW vier Rak’aat, und frage nicht nach ihrer Schönheit und Länge. Dann betete erSAW drei Rak’aat. Ich sagte: O Gesandter Allahs, schlafen Sie, bevor Sie das Witr-Gebet verrichten? Das heißt, nachdem er vier Rak’aat gebetet hatte, ruhte er sich ein wenig aus, dann betete er Witr. ErSAW sagte: Meine Augen schlafen, aber mein Herz schläft nicht, es wacht in der Liebe zu Allah.

Der Verheißene MessiasAS beschreibt an einer Stelle die Biographie des Heiligen ProphetenSAW, wo er bezüglich seiner Nähe zu Gott sagt: Allah hat an einer anderen Stelle bezüglich dieser Nähe zu Gott gesagt:

قُلۡ اِنَّ صَلَاتِیۡ وَنُسُکِیۡ وَمَحۡیَایَ وَمَمَاتِیۡ لِلّٰہِ رَبِّ الۡعٰلَمِیۡنَ

„Sprich: Mein Gebet und mein Opfer und mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten.“

„Das bedeutet: Teile den Menschen mit, dass du dich voll- kommen von dir selbst losgesagt hast und deine Anbetung ausschließlich Gott gewidmet ist. Hier wird darauf hingewiesen, dass ein Mensch, solange er nicht vollkommen ist, Allah nicht in der reinsten Form anbeten kann. Stattdessen ist ein Teil der Anbetung Gott gewidmet und ein anderer Teil der Anbetung seines Egos, denn er möchte, dass sein Ego als erhaben und ruhmvoll wertgeschätzt wird, so wie Gott Erhabenheit und Ruhm gebührt. Eben das ist die Bedeutung von Gottesdienst und einen Teil ebenjenes Gottesdienstes widmet er auch den Geschöpfen. Großartigkeit, Ruhm und Macht sollten indes für Gott bestimmt sein, er aber ordnet diese auch den Ge- schöpfen zu. Denn wie er Gott verehrt, so verehrt er auch sein eigenes Ego und andere Geschöpfe. So lässt er auch alle irdischen Mittel an seiner Verehrung teilhaben, [er bezieht auch die niedrigen, weltlichen Mittel ein] weil er denkt, dass sie gegenüber dem Willen und Plan Gottes auch die Kraft besäßen, zu vernichten oder entstehen zu lassen.

Ein solcher Mensch kann nicht ein wahrer Diener Gottes sein, der anstelle von Gottes Großartigkeit einmal sein eigenes Ego und einmal andere Geschöpfe und einmal Mittel daran teilhaben lässt. Sondern ein wahrer Diener ist jemand, der alle Großartigkeiten und Glorien nur Gott zuschreibt und nicht jemand anderem. Und derjenige, der mit seiner Zunge bekundet, dass keiner anbetungswürdig ist außer Allah [laa ilaaha illa Allah liest], muss dieses auch mit seinen Taten, also durch seine Gebete, zeigen. Auf diese Stufe der Vollkommenheit wurde in dem aufgeführten Vers hingewiesen, in welchem der Heilige Prophet MuhammadSAW aufgefordert wird, mitzuteilen, dass alle seine Gebete Allah gewidmet sind. Das heißt, dass das eigene Ego, andere Geschöpfe und Dinge keinen Anteil im Gebet haben.

Weiter wurde gesagt, dass mein Opfer Gott gehört und mein Leben und mein Tod auch nur für Gott sind. In der arabischen Sprache bedeutet das Wort nasīka „Opfer“. Und das Wort nusuk ist die Pluralform von nasīka das im Vers vorhanden ist. Eine weitere Übersetzung dieses Wortes ist „Gottesdienst“. In diesem Vers wurde dieses Wort verwendet, welches sowohl Gebet als auch Opfer bedeutet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass ein vollkommenes Gebet, in welchem weder das Ego noch die Geschöpfe oder andere Dinge beigemengt sind, in Wirklichkeit ein Opfer ist. Ein vollkommenes Opfer ist in Wirklichkeit ein vollkommener Gottesdienst. Dann wurde weiterhin gesagt: mein Leben und mein Tod gehören ebenso Gott. Dieser letzte Satz ist die Erklärung des Wortes „Opfer“. Denn niemand soll meinen, dass mit „Opfer“ das Opfern von Schafen, Kühen oder Kamelen gemeint ist. Es soll somit ersichtlich werden, dass dieses Wort in dem Kontext, dass das Leben und der Tod ganz besonders Gott gehören, das seelische Opfer meint. Das Wort qurbani (Opfer) stammt vom Wort qurb (Nähe) ab. Dies indiziert, dass Gottesnähe dann erlangt wird, wenn alle menschlichen Kräfte und Bewegungen absterben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Vers ein großer Beweis der Gottesliebe des Heiligen ProphetenSAW ist. [Sein Verhältnis zu Allah ist von äußerster, vollkommenster Nähe geprägt.] Kurzum, dieser Vers zeigt, dass der Heilige ProphetSAW Gott in dem Maße ergeben war und sich so sehr in Ihm verloren hatte, dass jeder Atemzug seines Lebens und sein Tod gänzlich Gott gewidmet waren. Ego, menschliche Schwäche und weltliche Mittel hatten keinen Anteil mehr an seinem Wesen. Seine Seele hatte sich so aufrichtig vor der Schwelle Gottes niedergeworfen, dass etwas Fremdes auch nicht den geringsten Anteil an ihr hatte.“

Die Rolle der Ehefrauen und die Überwindung von Begierden

Der Verheißene MessiasAS sagt an einer anderen Stelle: Obwohl Allah einige Dinge erlaubt hat, ist damit nicht gemeint, dass das Leben darin verbracht werden soll. Allah sagt in der Beschreibung Seiner Diener:

وَالَّذِیۡنَ یَبِیۡتُوۡنَ لِرَبِّہِمۡ سُجَّدًا وَّقِیَامًا

„und die Nacht vor ihrem Herrn hinbringen, sich niederwerfend und stehend“, dass sie für ihren Herrn ganze Nächte in Niederwerfungen verbringen und im Stehen verbringen. Nun seht, wie kann einer, der Tag und Nacht in Gattinnen versunken ist, die Nacht gemäß dem Willen Gottes in Anbetung verbringen? In diesem Fall hat er nicht geheiratet, sondern quasi Partner für Gott geschaffen. Der Heilige ProphetSAW hatte neun Ehefrauen, und trotz dieser verbrachte er dennoch ganze Nächte in der Anbetung Gottes.

In einer Nacht war er turnusgemäß bei Hadhrat Aischa SiddiqaRA. Als ein Teil der Nacht vergangen war, öffneten sich Hadhrat Aischas Augen. Sie sah, dass er nicht anwesend war. Sie hatte den Verdacht, dass er vielleicht zu einer anderen Frau gegangen sei. Sie stand auf und suchte in jedem Haus, aber er war nicht zu finden. Schließlich sah sie, dass er auf dem Friedhof ist und in der Niederwerfung weint. Jetzt seht, dass er die lebendige und liebende Frau verließ und an den Ort der Toten, den Friedhof, ging und weinte; kann es dann sein, dass er seine Ehen aus Sinneslust und zur Befriedigung seiner Begierden geschlossen hat?? Diesen Einwand erheben seine Kritiker.

Kurzum, merkt euch gut, dass der eigentliche Wille Gottes darin besteht, dass die Begierden euch nicht überwältigen, und wenn zur Vervollkommnung der Taqwa (Rechtschaffenheit) ein berechtigter Bedarf entsteht, dann heirate eine weitere Frau. Diese allgemeine Anweisung gab er auch den Mitgliedern der Jamaat, dass, wenn ihr im Hinblick auf Taqwa Frauen heiraten wollt, dann tut es, aber es ist nicht so, dass um der persönlichen Wünsche und Begierden willen geheiratet wird oder mehrere Frauen verehelicht werden. Heutzutage kommen auch Beschwerden darüber. Der Islam erlaubt dies nicht. Die Notwendigkeit muss legitim sein, deshalb wird dieser Einwand gegen den Islam erhoben, dass jene, die im Islam auf unrechtmäßige Weise heiraten, es sind ja nur sie, weswegen der Einwand entsteht, dass im Islam die Erlaubnis zu Mehrehe besteht. Es sollte jedoch sowohl Muslimen als auch Kritikern bewusst sein, dass auch für dies bestimmte Voraussetzungen gelten, die unbedingt eingehalten werden müssen.

Der Genuss im Gebet: Ein Alleinstellungsmerkmal des Islam

In einer Überlieferung von Hadhrat AnasRA heißt es, dass der Gesandte AllahsSAW sagte – dieses Hadith habe ich schon zuvor in der Ansprache erwähnt –, dass mir von den weltlichen Dingen Frau und Duft lieb sind, aber das, was mir am liebsten ist, der Augentrost ist, nämlich das Gebet. Eine detaillierte Erklärung dazu habe ich von Hadhrat Musleh Mau'udRA gefunden, deshalb habe ich dies hier noch einmal aufgenommen. Er hat erläutert, dass

قرة عینی فی الصلوة

der Trost meiner Augen im Gebet liegt; dies ist auch eine besondere Auszeichnung, die der Islam im Vergleich zu anderen Religionen besitzt. In der Welt gibt es kein Volk, in dem eine Regelmäßigkeit in der Anbetung wie das Gebet festgelegt wurde. Alle früheren Religionen haben auf äußerliche Bewegungen Wert gelegt, oder die Zeiten ihrer Anbetung sind in so großen Abständen festgelegt, dass die Spiritualität schwach wird, aber nur der Islam ist eine solche Religion, deren Anhänger an einem Tag fünfmal zur Anbetung gerufen werden, und es gibt keine Religion, die so ist.

Nun sollten die Leute bedenken, dass das fünfmalige Gebet zur Pflicht gemacht wurde, also ist seine Verrichtung auch notwendig, damit die Spiritualität auch bestehen bleibt. Verfallt nicht ausschließlich dem Streben nach Weltlichem. Er schrieb, dass Christen und Hindus einmal in der Woche zur Anbetung gehen; möglich, dass einige von ihnen Tag und Nacht anbeten, aber dies ist die Erwähnung der gemeinschaftlichen Anbetung. Das Gebot, an einem Tag mehrmals anzubeten, hat nur der Heilige ProphetSAW erteilt. Dann bedeutet Salaat auch Bittgebet, und auf diese Weise hat der Heilige ProphetSAW das Bittgebet betont. In den Gottesdiensten anderer Religionen wurde auf äußerliche Dinge Wert gelegt, und durch sie wurde versucht, Genuss im Gottesdienst zu erzeugen, beispielsweise gibt es bei den Aryas und Christen Gesang und Musik, aber der Heilige ProphetSAW sagt: „Mir wurde ein solches Gebet gegeben, dass gerade darin der Genuss liegt, und ein solcher Genuss, mit dem keine Religion konkurrieren kann.“ Also nicht Gesang und Musik, sondern in Stille Allah anzubeten, Seine Lobpreisung und Heiligkeit zu verkünden und Allah zu preisen und dann zu weinen und zu flehen, dies sind Dinge und eine solche Anbetung, die Genuss hat, und dadurch wächst dann auch die Liebe zu Allah.

Der geistige Dschihad und das Gebet als Trost der Augen

Also, indem wir dem Vorbild des ProphetenSAW folgen, sollten wir versuchen, diesen Standard für Gebete und Anbetung zu erreichen, nur dann können wir uns wahrhaftig Muslime nennen. Der Verheißene MessiasAS hatte einmal, als er Hadhrat Mir Nasir Nawab Sahib einen Brief schrieb, geschrieben:

Was Sie bezüglich Ihres praktischen Weges gefragt haben, ist genau diese Angelegenheit, dass Sie sich der wahren Folgschaft des Gesandten AllahsSAW zuwenden sollten. Die Taten, für die der Gesandte AllahsSAW im höchsten Maße seine Liebe geäußert hat, sind zwei. Eine ist das Gebet und eine der Dschihad. Bezüglich des Gebets hat der Heilige ProphetSAW gesagt:

قرة عینی فی الصلوة

„Der Trost meiner Augen liegt im Gebet“, und bezüglich des Dschihad sagt er: „Ich hege den Wunsch, auf dem Wege Allahs getötet zu werden und dann lebendig gemacht zu werden und dann getötet zu werden und dann lebendig gemacht zu werden und dann getötet zu werden.“

Nachdem er dies dargelegt hat, sagt er: In dieser Zeit hat der Dschihad eine geistige Form angenommen, und der Dschihad in dieser Form besteht darin, sich für die Erhebung des Wortes des Islam einzusetzen und auf die Vorwürfe der Gegner zu antworten. Verbreitet die Vorzüge der beständigen Religion des Islam in der Welt. Macht die Wahrhaftigkeit des Heiligen ProphetenSAW der Welt offenbar. Das ist der Dschihad. Bis Gott eine andere Form in der Welt erscheinen lässt. Also wird auch in unserem schriftlichen und missionarischen Dschihad erst dann Segen liegen, wenn wir auch den Standard unserer Anbetung und die Liebe zu Allah steigern. Wenn wir wollen, dass wir an diesem Dschihad teilnehmen, dann werden wir uns auch der Liebe zu Allah und den Bittgebeten zuwenden müssen, auch unseren Anbetungen werden wir uns zuwenden müssen, und wenn wir dem Vorbild des ProphetenSAW folgend dies tun werden, dann erst wird auch Segen in unsere Arbeiten kommen. Möge Allah uns die Befähigung dazu verleihen.

Heute findet auch die Jalsa Salana der Jamaat in Bangladesch statt. Dort gibt es auch viel Widerstand; beten Sie auch für sie, dass Allah sie alle beschützt und ihre Jalsa auch wohlbehalten zu Ende geht.

HiraEine Höhle in der Nähe von Mekka, in der der Heilige Prophet (saw) meditierte und die erste Offenbarung erhielt.
MujahidaGeistige Anstrengung und das Streben gegen die eigenen niederen Leidenschaften, um Gott näher zu kommen.
SahabaDie Gefährten des Heiligen Propheten Muhammad (saw).
NawafilFreiwillige Zusatzgebete, die über die obligatorischen Gebete hinausgehen.
DhikrDas Gedenken an Gott durch das Rezitieren Seiner Namen oder Lobpreisungen.
TaqwaGottesfurcht, Rechtschaffenheit und das Bestreben, Gott in jedem Handeln zu gefallen.
WitrEin ungeradzahliges Gebet, das normalerweise am Ende des Nachtgebets verrichtet wird.
SchariaDas islamische Gesetz oder der religiöse Weg, basierend auf dem Qur'an, der Sunna des Heiligen Propheten (saw) und seinen Aussprüchen (Ahadith).
SalaatDas rituelle Gebet im Islam.
Themen:
Die Liebe des Heiligen Propheten (saw) zu AllahDie Bedeutung von Einsamkeit und Zurückgezogenheit für den spirituellen FortschrittMujahida: Die Notwendigkeit der Anstrengung für göttliche GnadeDankbarkeit als Kern der AnbetungDas Gebet als Trost der AugenDie Vereinbarkeit von Familienleben und GottesdienstKontinuität und Standhaftigkeit im Gebet trotz KrankheitDer geistige Dschihad in der heutigen Zeit

Tatplan der Woche

Checkliste für den Alltag

  • Suche in dieser Woche bewusst Momente der Einsamkeit, um dich wie der Heilige ProphetSAW im stillen Gebet mit Allah zu verbinden.
  • Achte bei den fünf täglichen Gebeten darauf, nicht nur die Pflicht zu erfüllen, sondern Dankbarkeit (Shukr) als Hauptmotivation für das Gebet zu verinnerlichen.
  • Integriere das Gedenken Allahs (Dhikr) konsequent in deinen Alltag, insbesondere beim Essen, Niesen sowie beim Aufstehen und Schlafengehen.
  • Setze dir zum Ziel, mindestens zwei Rak'aat freiwillige Gebete (Nawafil) in der Nacht mit besonderer Konzentration und Länge zu verrichten.
  • Bete in dieser Woche speziell für die weltweit unterdrückten Mitglieder der Gemeinde, insbesondere für die Glaubensgeschwister in Bangladesch.

📚 Wortschatz-Kiste

Eine Höhle bei Mekka, in der der Heilige ProphetSAW meditierte und betete. Hira حرا
Überlieferungen über die Worte und Taten des Heiligen ProphetenSAW. Hadith حدیث
Spirituelle Anstrengung oder Bemühung, um Gott näher zu kommen. Mujahida مجاہدہ
Die Gefährten und engen Begleiter des Heiligen ProphetenSAW. Sahaba صحابہ
Rechtschaffenheit, Gottesfurcht und das Bestreben, Gott zu gefallen. Taqwa تقویٰ
Ein Ausruf, der bedeutet 'Heilig ist Allah' oder 'Gepriesen sei Allah'. Subhanallah سبحان اللہ
Freiwillige Gebete, die man zusätzlich zu den Pflichtgebeten verrichtet. Nawafil نوافل
Die Gemeinschaft oder organisierte Gemeinde der Gläubigen. Jama'at جماعت
Der Gnädige; eine der wichtigsten Eigenschaften Gottes im Islam. Rahman رحمان
Ein orientalisches Reisgericht, das im Text als Beispiel für eine gute Bewirtung dient. Pulao پلاؤ

Khutba für Kinder

MTA Germany
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