Die Segnungen durch Dankbarkeit vermehren
Allah sagt im Heiligen Qur’an:
„Und (gedenket der Zeit) da euer Herr ankündigte: „Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch fürwahr mehr geben; seid ihr aber undankbar, dann ist Meine Strafe wahrlich streng.“[1. Der Heilige Qur’an: Sure Ibrahim (14:8)]
„Dankbar zu sein heißt, jemanden aufgrund seiner Wohltat zu loben. Die Dankbarkeit ist eine der hohen moralischen Eigenschaften des Menschen […]. Dankbarkeit bedeutet nicht, dass man Allah gegenüber die Worte des Dankes ausspricht und die Taten das Gegenteil beweisen. Sowohl die Zunge als auch das Herz sollten in Dankbarkeit verweilen. Es sind also beide Dinge wichtig, dass man die Wohltaten einerseits im Herzen schätzt und dies andererseits mit Worten zum Ausdruck bringt. Um dankbar zu sein, sollte man sich die Segnungen immer wieder vor Augen führen.
Jede Wohltat sollte als eine Segnung betrachtet werden. Dann sollte man über dessen Nutzen für sich, seine Nächsten und die ganze Menschheit nachsinnen. Wenn man sich dies zur Gewohnheit macht, erkennt man immer mehr Segnungen für sich. Versucht man all Seine Segnungen zu zählen, so ermüdet man dabei, denn es ist unmöglich diese zu beziffern.
Dieser Zustand ist es eigentlich, den man Dankbarkeit nennt. Als Folge dessen wächst die Liebe zu demjenigen, der die Güte erwies. [2. Vorträge Hadhrat Dr. Mir Muhammad IsmailRA, Seiten 217-218]
Um dankbar sein zu können, ist es wichtig, dass man den Sinn und Zweck einer Sache versteht. Solange man dies nicht tut, erkennt man auch nicht die darin enthaltene Segnung. Solchen Dingen, die eine Segnung für die eigene Person darstellen, sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken, damit man durch die Wertschätzung Allah noch mehr dafür dankt.
Beginnt man damit, die Segnungen immer wieder aufzuzählen, so erkennt man täglich neue Segnungen und Wohltaten. Man gewinnt mit der Zeit an Erfahrung und erkennt schon bald, dass die Segnungen, die man anfangs nur auf einer Hand abzählte, in Wirklichkeit unzählbar sind und man ermüden würde, ehe das Zählen beendet ist.
Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt die Segnungen Allahs mit ihrer eigenen Dankbarkeit vergleichen, so wird ihr Herz den folgenden Vers sprechen wollen:
»[…] und wenn ihr Allahs Wohltaten aufzählen wolltet, ihr würdet sie nicht berechnen können. Siehe, der Mensch ist wahrlich frevelhaft, undankbar.«[3. Der Heilige Qur’an: Sure Ibrahim (14:35)]; [4. Vorträge Hadhrat Dr. Mir Muhammad IsmailRA, Seite 219]
Man kann also nur dann in den Genuss der Dankbarkeit kommen, wenn man immer wieder die Segnungen Allahs aufzählt, die Nutzen in jeder Sache erkennt und in Allah den wahren Helfer und Unterstützer sieht. Er ist der Einzige und keiner ist ihm Gleich.
Genauso ist es auch eine Form des Dankens, wenn man Allahs Wohltaten wieder und wieder vor anderen Menschen bezeugt, von Seinen Segnungen guten Gebrauch macht und auch andere von Seinen Nutzen teilhaben lässt. Auch wenn man versucht, den Zustand der Gebete zu verbessern, stellt dies eine Form der Dankbarkeit dar.
Zu diesem Thema sagte Hadhrat Khalifatul Masih VABA in einer Freitagsansprache:
„Hadhrat Aisha berichtete, dass der Heilige Prophet MuhammadSAW in der Nacht aufwachte und das Gebet verrichtete. Dabei bekam er sogar Wunden an den Füßen. Einmal sagte ich zum Heiligen ProphetenSAW: „Oh Prophet Allahs, warum tun Sie sich so etwas an, wenn Allah doch all Ihr Vergangenes und Künftiges vergeben hat?“ (Das heißt, dass Er es auf sich genommen hat, den Heiligen ProphetenSAW von allem Schlechten fernzuhalten.) Daraufhin antwortet der Heilige ProphetSAW: „Sollte ich Ihm denn nicht für all seine Segnungen dankbar sein?“ [5. Bukhari]
Die Gefühle der Dankbarkeit, die Gebete zu Allah und die ständige Erinnerung an Ihn dienen nicht nur dazu, dass die Gemeinschaft als solche Teil Seiner Segnungen wird. Vielmehr kann jede Person Teil Seiner Segnungen werden, wenn diese sowohl alleine als auch im Familienleben Dankbarkeit zeigt. Also sollte jeder Mensch für sein Wohl, für seinen Erfolg, für das Wohl seiner Familie und seiner Nachkommen ständige Dankbarkeit zeigen.
Von Hadhrat Abdullah Bin GhanamRA ist überliefert, dass der Heilige ProphetSAW sagte:
„Derjenige hat den Dank für den ganzen Tag ausgesprochen, der am Morgen folgendes Gebet spricht: „Oh Allah, jegliche Segnungen, die mir gewährt werden, kommen von Dir. Niemand ist anbetungswürdig außer Dir und aller Preis und Dank gebührt Dir. Und jeder, der dasselbe Gebet am Abend spricht, dankt damit für die ganze Nacht.“[6. Sunan Abu Daud]
Hadhrat Abu HurairaRA berichtete, dass er folgendes Dua vom Heiligen ProphetenSAW lernte: „Oh mein Allah! Befähige mich, den Dir zustehenden Dank erweisen zu können, Deiner häufig zu gedenken, Deinem Wort zu gehorchen und Deine Gebote zu befolgen.“ Hadhrat Abu HurairaRA fügte hinzu, dass er dieses Gebet sehr häufig sprach.[7. Tirmidhi]
Von Abdullah Bin UmarRA ist überliefert, dass der Heilige ProphetSAW sagte:
„Lobpreisung ist der Schlüssel zum Dank. Derjenige, der Allah nicht gelobt, dankt ihm auch nicht.“[8. Maskatul-Masaniya]
Es folgt die Übersetzung einiger arabischer Verse des Verheißenen MessiasAS. Der Verheißene MessiasAS sagte: „Oh Du Wesen, dessen Segnungen die Geschöpfe umringen. Wir versuchen Dich zu loben und haben keine Kraft dazu. Werfe den Blick Deiner Gnade auf mich. O Du meine Zuflucht! O Du Beseitigter von Schmerz und Trauer! Ich werde zwar dahinscheiden, aber meine Liebe wird fortbestehen. Auch in der Erde meines Grabes wird meine Stimme mit Deiner Lobpreisung sein. Mein Auge hat keinen Helfer Deinesgleichen gesehen. O Du Ausweiter Deiner Segnungen und o Du Gebender! Als ich die Vollendung Deiner Schönheit genoss und deine Vergebung sah, so entschwand mein Leid. Nun spüre ich mein Leid nicht einmal mehr.“[9. Manan-ur-Rahman]
Der Verheißene MessiasAS sagte: „Wenn ein Mensch sich von seinem Vorhaben trennt und frei von seiner Leidenschaft wird und die Person des göttlichen Wesens sich in seiner Handlungsweise und in seiner Anbetung wiederspiegelt und er Den Gott erkennt, Der ihn durch Seine Gnade aufzog und er Diesen stets lobpreist und Ihn mit Herz und Seele liebt, erst dann wird er ein Gelehrter unter den Gelehrten. Genau aus diesem Grund wir Hadhrat Ibrahim im Buche „A´limul A´lamin“ als „Ummat“ (Volk) bezeichnet.[10. A‘jazul Masih, S. 134]
Wenn ein gläubiger Mensch Allah dankt, so widmet er seine Aufmerksamkeit zwangsläufig an Gottes Lobpreisung. Denn unsere Dankbarkeit kann die unendliche Gnade Allahs, die grenzenlos und unzählbar ist, gar nicht umfassen. Es ist nicht möglich, sich für diese zu bedanken. Also ist es auch eine Seiner Segnungen, dass Er uns die Art und Weise Seiner Lobpreisung gelehrt hat.[11. Al-Fazl International, 26. September – 12. Oktober 2003]
Der Verheißene MessiasAS sagte: „Es ist wichtig und es ist sehr wichtig für den Menschen, stets mit voller Hingabe und Demut zu Allah zu beten, dass Er ihm die wahre Erkenntnis und die wahre Sicht erteilen und vor dem schleichenden Einflüstern des Satans bewahren möge.“[12. Report Jalsa Salana 1897, S. 63]
Von Hadhrat Ash´at bin QaisRA wird überliefert, dass der Heilige ProphetSAW sagte:
„Nur derjenige ist Allah gegenüber am dankbarsten, der auch den Menschen gegenüber der am meisten dankende ist.“[13. Al-Mu´jim-ul-Kabeer Littibrani, Raqm 648]
Die reinen Menschen Allahs vergessen Seine Gaben in keiner Lebenssituation und sind ihm stets dankbar. Der erste KhalifRA berichtete einmal von einem Ereignis des Verheißenen MessiasAS und sagte, dass sich ein Gläubiger aus diesem Ereignis eine Lehre ziehen sollte:
Einmal fand in der Nähe des Hauses des Verheißenen MessiasAS ein Tanz statt. ErAS schickte einen Mann, um sich zu erkundigen, was für einen Lohn die Tänzerin erhielt. Es waren fünf Rupien. Hadhrat Masihe Mau’udAS sagte: „Ich verbrachte die ganze Nacht im Saǧda. Als ich ihre Stimme hörte, füllte sich mein Herz voller Reue. Allah Allah, für einen geringen Preis von 5 Rupien steht sie die ganze Nacht. Wir, die tausende Segnungen von Dir genießen und jeder Zeit von Deinen Gnaden überströmt werden, sind dermaßen rücksichtslos.“[14. Al-Hakm 28. Oktober 1912 / Aus Al-Fazl Rabwah am 25. Februar 2009]
Möge Allah uns die Kraft geben, wahre Dankbarkeit gegenüber den unzähligen Segnungen Allahs zu verstehen und stets derart zu handeln, dass wir die Zufriedenheit des Schöpfers und Meisters, der uns erschuf und sich um uns sorgte, erlangen können.
Allah lehrte uns im heiligen Qur’an ein wunderbares Gebet, um Dankbarkeit gegenüber Seinen unzähligen Gaben zu äußern:
„Mein Herr, gib mir ein, dankbar zu sein für Deine Gnade, die Du mir und meinen Eltern gewährt hast, und Gutes zu tun, das Dir wohlgefällig sei, und nimm mich, durch Deine Barmherzigkeit, unter Deine rechtschaffenen Diener auf.“[15. Der Heilige Qur’an: Sure (27:20)]
Referenz:



